Beautifully imperfect – der Schlüssel zum Glück 2


Es begann vor mehr als 50 Jahren… eine Liebesgeschichte wie aus dem Bilderbuch, die für die Nachwelt festgehalten werden sollte. Zahlreiche Ehepaare ließen sich von Lauren Fleishman fotografieren und in ein besonderes Buch eintragen: Love Ever After.

Für viele Menschen bleiben diese Geschichten Erinnerungen der Vorgeneration – wohl besonders für die Generation Me – finden allerdings keinen Eingang in das moderne Weltbild. Ewige Liebe als Abstraktum der Vergangenheit, Selbstständigkeit als Zukunftsvision.
Doch die Frage nach ewiger Liebe oder Weltbild ist eigentlich zweitrangig, denn der Mensch ist es, der über sein Leben entscheidet.

 

Das wichtigste für einen Menschen
In ihrem Talk The Power of vulnerability spricht Brené Brown von dem wesentlichsten Element für einen Menschen: Verbindung mit anderen Menschen, denn der Menschen ist ein Gemeinschaftswesen. Damit einhergehend kommt die Angst, alleine, von geliebten Menschen getrennt zu sein und damit die Scham, diese Gefühle zu empfinden bzw. sie anderen gegenüber zu äußern.

Doch sind wir im digitalen Zeitalter, in dem Social Networks den neue Soft Skill darstellen und eigentlich alle mit allen verbunden sind. Kommunikation zwischen Gleichgesinnten ist so einfach wie noch nie, doch werden Partnervermittlungsseiten immer beliebter. Es scheint ein großes Maß an Überkommunikation zu geben, das zwar Interaktion ermöglicht, aber die Untiefen der Kommunikation nicht erschließt – der persönliche Tiefgang fehlt.

Woran man nicht denkt
Ob als Kind in der Schule oder als Professional in einem Meeting, wir müssen unsere Meinung äußern, und andere daran teilhaben lassen – die Grundlage für Kommunikation, das bekannter Weise aus dem Lateinischen communicare kommt und „mitteilen, teilnehmen lassen” bedeutet. Aber neben dem Mut, sich zu äußern, gehört Selbstbewusstsein und Achtung vor sich selbst.
Im letzten muss man die Courage aufbringen, sich so zu zeigen, wie man ist, was man denkt und damit das Idealbild in Luft aufgehen zu lassen, das man den anderen vermitteln wollte: Brown bezeichnet es treffend mit “courage to be imperfect“.

Und wer zeigt sich genau so wie er ist auf Facebook? Auch wenn die Social Networks zu einer allgemeinen Oberflächlichkeit tendieren, ist die Fähigkeit im konkreten Fall unvollkommen zu sein, entscheidend, nicht der Seelenstriptease auf der Pinnwand.


Was den Menschen ausmacht

Nobody is perfect
– war es heute morgen, als ich das letzte mal daran erinnert wurde?
Jeder Mensch ist sich prinzipiell seiner Einschränkungen bewusst, möchte das allerdings nicht vor sich selbst zugeben, schon gar nicht vor anderen.
Ob dem Sprichwort ‘Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung‘ viel abzugewinnen ist, sei dahingestellt: aber das Sich-Öffnen einer anderen Person gegenüber hat uns nicht nur einmal das Leben einfacher gemacht. Dabei haben wir unsere verletzliche, unvollkommene Seite gezeigt, die eigentlich nicht gerade die Schokoladenseite ist… aber im Zeigen und Akzeptieren dieser Verletzlichkeit liegt der Schlüssel zur gesunden Eigenliebe und bildet so den Unterbau für jede Beziehung.
Dieser Schritt ist jedoch so schwierig, dass der Mensch dazu tendiert, die Verletzlichkeit zu verdrängen, ja sie sogar zu betäuben

 

Ohne Garantie
Brown führt auch vor Augen, dass der Schlüssel zum Wohlfühlen nicht nur im Erkennen der eigenen Schwächen, sondern im vollkommenen Akzeptieren der Verletzlichkeit liegt. Die Schwäche wird damit zu Stärke, denn im Lieben des ICH kann man erst auf den anderen zugehen und kompromisslos lieben. Damit einhergeht die aufrichtige Bereitschaft, sich quasi ‘ohne Garantie‘ mit einer Person zu befreunden und/oder zu verlieben, im Bewusstsein, dass ich genug bin.

Verletzlich, aber glücklich
Es gibt Menschen, mit denen wir unser Leben teilen möchten, aber das bedeutet mit-teilen, so wie man ist und nicht eine idealisierte Karikatur seiner selbst.
Sich zuerst anzunehmen und den schmerzhaften Prozess der Akzeptanz zu durchschreiten ist daher vor alles anderen zu stellen: das ICH vor allen anderen.
Im Land von Sigmund Freud trifft der Aufruf des ‘Zeig dich wie du bist’ wie die lang erwartete Regenzeit auf die ‘unverletzlichen’ Gemüter. Viele Menschen würden glücklichere Stunden verbringen und Österreich weniger Psychotherapeuten benötigen.

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